Seit 1990 unterhalten die evangelischen Dekanate Nassau und Selters eine offizielle gemeinsame Partnerschaft mit evangelischen Christinnen und Christen aus Tansania.
Die
Partnerschaft hat verschiedene Standbeine. Einmal sind es Direktpartnerschaften von einzelnen Gemeinden, zum anderen sind diese eingebunden in die große Partnerschaft von Dekanat zu Distrikt, also von den Kirchenkreisen Selters und
Nassau in der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und dem Kirchenkreis Mabira in der Karagwe Diözese der Evangelisch Lutherischen Kirche in Tansania.
Das Gebiet in der Kagera Region an der Grenze zu Ruanda und Uganda gehört zu
den strukturschwächsten Gebieten Tansanias.
Die Bevölkerung lebt vorwiegend von den wenigen Dingen, die sie selbst anbaut.Die Lebenserwartung der Bevölkerung ist sehr
gering, die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder unter 13 Jahren.
Das von der tansanischen Regierung festgelegte Minimaleinkommen von 50 Euro wird in den seltesten Fällen erreicht. Die Menschen leben
zum Teil in traditionellen Lehmhäusern, zum Teil in Häusern, die sie aus selbstgebrannten Lehmziegeln errichtet haben.
Das, was in den vergangenen Jahren an Infrastruktur aufgebaut wurde, ist in den meisten
Fällen den partnerschaftlichen Beziehungen zu westlichen Kirchen zu verdanken.
So haben die Dekanate Nassau und Selters und
viele einzelne Gemeinden geholfen Projekte zu finanzieren wie: Fahrräder für Evangelisten, Motorräder für Pfarrer, ein Auto für den Distriktpfarrer und die Krankenstation, Maismühlen in einzelnen Gemeinden, Medikamente für ein
Krankenhaus, Blechdächer für Kirchen, den Bau einer Krankenstation und eines Schwesternwohnhauses.
Die Landschaft:
Unser Partnerdistrikt Mabira liegt
ca. 1100 m hoch in einer Hügellandschaft. Die einzelnen Gemeinden sind bis zu 30 km weit voneinander entfernt. Die Landschaft ist sehr karg, die Verbindungsstraßen sind meist nur Feldwege. 
Kaffee:
Kaffee wird in Tansania vorwiegend zum Export angebaut, kaum jemand kann ihn sich privat leisten. Jedoch ist der
Weltmarkt überfüllt mit Kaffee. Dazu kommt, dass die Qualität des „Robusta“ Kaffees aus der Kagera Region von geringer Qualität ist, da nur in den Regenzeiten
genügend Wasser für die Pflanzen vorhanden ist; außerdem entspricht er nicht dem europäischen Geschmack.
Ein Kaffeebauer in Tansania verdient nicht genug am Kaffeeexport. Erschwerend sind die sehr hohen Steuern für
das Anbieten der Ware.
Kochen:
Das Zubereiten der Mahlzeiten ist den Frauen überlassen. Jede Familie besitzt in der Regel eine kleine eigene Schamba, einen Garten, der zu ihrer Lebensversorgung dient.
Die Speisen werden hinter dem Haus auf einer offenen Feuerstelle zubereitet. Hauptnahrungsmittel sind
Kochbananen, Bohnen, Kartoffeln und Reis. Dazu gibt es Kohl oder auch Spinat. Fleisch vom Huhn oder der Ziege ist eher selten auf dem Speiseplan zu finden, da dies etwas ganz besonderes ist.
Gegessen wird dann meist Geschlechter getrennt im oder vor dem Haus. Viele Tansanier essen mit den Fingern von großen Blättern.
Die Krankenstation (Dispensary)
1988 wurde durch Spenden mit der medizinischen Arbeit im Mabira Distrikt begonnen. Dazu wurden zunächst 2
Räume angemietet. Inzwischen ist
die „Ibamba Dispensary“ fertig gestellt und wird von einer sehr tüchtigen medizinisch technischen Assistentin geleitet . Allerdings müssen die Patienten selbst die Kosten für die Medikamente tragen, so dass viele Menschen nicht richtig oder viel zu spät behandelt werden können, da sie den Arztbesuch so weit wie möglich hinausschieben. So sterben viele Menschen an Krankheiten, die nach unseren Maßstäben ganz leicht zu behandeln wären.
Außerdem gehört eine Frauengruppe der Krankenstation an. Diese sorgt für AIDS-kranke Menschen und kümmert sich um Witwen und Waisenkinder. Hauptaufgabe ist dabei Lebensmittel zu beschaffen und bei alltäglichen Dingen zu helfen.
Diese Gruppe setzt sich gegen die Ausgrenzung von HIV/AIDS infizierten Menschen in Mabira ein. Sie informiert über diese Krankheit und deren Infektionswege, sowie HIV-Tests und versucht vor allem Jugendliche aufzuklären und zu
sensibilisieren.
Das Gemeindeleben
Der Gottesdienst ist das Herzstück der Gemeindearbeit. Alt und Jung versammeln sich und sitzen auf Heu auf dem Boden. Ein Gottesdienst kann zwei bis drei Stunden dauern. Viele Menschen nehmen dafür einen Fußmarsch von mehreren Stunden in Kauf. Der Gottesdienst ist der Höhepunkt des Gemeindelebens, das viel aktiver und lebendiger ist als bei uns. Es bestehen pro Gemeinde mehrere Chöre, Frauen- und Jugendgruppen.
Grundschule (Primary School)
Schulpflicht besteht für alle Kinder, die das siebente Lebensjahr vollendet haben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass auch wirklich alle Kinder dieses Alters zur Schule gehen. Nicht einmal die Hälfte der schulpflichtigen Kinder besuchen die Grundschule. Ein Grund dafür kann sein, dass sich die Eltern die benötigte Schuluniform nicht leisten können und die Kinder deshalb nicht am Unterricht teilnehmen dürfen. Es mangelt auch an guten Schulbüchern, Schreibutensilien wie Kreide, Papier und Stiften, denn die Regierung hat kein Geld um diese Dinge zu bezahlen. Ein Lehrer verdient zwischen 15 und 20 € im Monat.
Weiterführende Schule (Secondary School)
Nach sieben Schuljahren ist die Grundschule zu Ende. Wenn es sich die Eltern eines Kindes leisten können, geht es auf die Secondary School, hier fallen neben der Schuluniform Schulgebühren an. Die Schulen liegen meist nicht in der Nähe des Zuhauses der Kinder; darum haben sie oft lange Schulwege, so dass sie während der Woche in der Schule wohnen müssen. Da dann auch die Arbeitskraft der Kinder während der Woche fehlt und gerade die Mädchen viele Aufgaben zuhause erledigen müssen, werden diese selten auf die weiterführende Schule geschickt.
Mädchenwohnheim
Die Schule in Mabira verfügte bisher nicht über ein Internatswohnheim für Mädchen. Die Mädchen wurden bei Familien im Dorf untergebracht. Dies brachte viele Probleme mit sich:
Die Familien verlangten zu hohe Mieten und erwarteten die Mithilfe der Schülerinnen im Haushalt. Den Mädchen fehlte es an Zeit um die Hausaufgaben zu erledigen und zu lernen, wodurch ihre Leistungen zurückgingen.
Darum bekommen nur sehr wenige Mädchen die Möglichkeit die Schule bis zum Ende zu besuchen.
Viele Frauen und Mädchen erhalten eine sehr viel schlechte Ausbildung und sind stark benachteiligt.
Zurzeit wird an einem Mädchenwohnheim
auf dem Schulgelände gearbeitet. Die Dekanate Selters und Nassau haben den ersten Bauabschnitt finanziert, die Partnerinnen und Partner in Tansania die Leistungen erbracht.
Die Fundamente sind gelegt, die Mauern hochgezogen. Nun soll
der zweite Bauabschnitt begonnen werden. Die geschätzten Kosten betragen 10.000 Euro.
Die Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen und die beiden evangelischen Dekanate Selters und Nassau haben sich zum Ziel gesetzt, diesen Bauabschnitt zu
ermöglichen und bitten daher um Ihre Mithilfe.
Mit der Vollendung des Mädchenwohnheims wird sich die Situation vieler Mädchen verbessern lassen.
Ein großes Projekt, an dem zur Zeit gearbeitet wird, ist der Bau eines Mädchenwohnheims an der weiterführenden Schule in Mabira.
Die Mädchen sind in der Regel das schwä
chste Glied in der Kette. Die Eltern können sich das Schulgeld nicht leisten,
benötigen die Kinder als Hilfe im Haushalt und haben darüber hinaus überhaupt nicht die Möglichkeit sie jeden Tag in die Schule zu schicken, da die Entfernungen viel zu weit sind.
Es gibt es in der Schuler ein Internat nur für Jungen.
Daher haben die Partnerschaftsausschüsse in Mabira, Nassau und Selters beschlossen, ein Internat für Mädchen zu bauen. Der erste
Bauabschnitt ist beendet, der zweite ist mit ca. 10.000 Euro veranschlagt.
Diesen nun zu finanzieren haben wir uns vorgenommen und bitten herzlich um Ihre Unterstützung.
Bitte überweisen Sie ihren Beitrag auf das Konto:
Evangelische Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen,
Stichwort: Mädchenwohnheim
Volksbank Montabaur-Höhr-Grenzhausen,
BLZ 570 910 00 KTO.: 100 707 24.
Ab einer Spende von über 50 Euro schicken wir Ihnen eine
Spendenbescheinigung zu.
Im Namen der Partnerschaftsausschüsse danken wir Ihnen recht herzlich.


Evangelische Kirchengemeinde
Höhr-Grenzhausen