KinderkrippeSie erreichen die Kinderkrippe wie folgt:

Ev. Kindergarten   “Die Kinderarche”
Martin- Lutherstr. 22
56203 Höhr- Grenzhausen
 Tel. 0 26 24 / 65 258
 evkiga-hoehr-grenzhausen@online.de

 

Ende September 2003 wurde die bis heute im Westerwaldkreis immer noch einmalige Kinderkrippe im ev. Kindergarten „Die Kinderarche“, eröffnet. Damals startete die Gruppe als ein zweijährig befristetes Pilotprojekt mit der evangelischen Kirche und der Stadt Höhr-Grenzhausen als Träger. Aufgrund der anhaltenden hohen Nachfrage wurde die Kinderkrippe 2005 als Regelgruppe des Kindergartens festgeschrieben.

Acht bis zehn Kinder im Alter von 8 Monaten bis 3 Jahren finden montags bis freitags von
7.30 - 15.00 Uhr, freitags bis 12.30 Uhr in der Gruppe ihren Platz. Sie werden von drei Erzieherinnen und einer Jahrespraktikantin in ihrer Entwicklung fürsorglich unterstützt und betreut. Fast 100 Quadratmeter Spiel-, Ess-, Kuschel-, Bewegungs-, Erlebnis- und Schlafraum stehen hierzu zur Verfügung. Zudem nutzen die Kinder ein  extra für sie bereitgestelltes Außengelände mit Sandkasten, Minirutsche und diversen Klettermöglichkeiten. Alle „Räume“ wurden eigens an den Bedürfnissen der Kinder orientiert eingerichtet.Planschende-Kinder

Die Personal- und Sachkosten für diesen Betrieb werden von der ev. Kirche, der Stadt Höhr- Grenzhausen, dem Westerwaldkreis und dem Land Rheinland-Pfalz getragen. Der Elternbeitrag für die Krippe ist gestaffelt, je nach Größe der Familie sowie dem Monatseinkommen. Bei sehr geringem Monatseinkommen kann bei der Kreisverwaltung ein Antrag auf Übernahme des Elternbeitrags gestellt und genehmigt werden.

Warum ist die institutionelle Betreuung unserer Jüngsten wichtig?Käfer
Wie ist die Anmeldesituation?:

Die Diskussion über den Sinn und Zweck dieser Einrichtung ist gerade heutzutage aktueller denn je.
Auf der einen Seite macht der gesellschaftliche Wandel die Tagesbetreuung für die unter Dreijährigen notwendig:
Immer mehr Alleinerziehende benötigen eine zuverlässige Betreuung ihrer Kinder, damit sie für ihre Familie selbst sorgen können. Es ist aber auch bei „Komplett-Familien“ nicht mehr selbstverständlich, dass ein Gehalt das Ein- bzw. Auskommen einer Familie sichert. Für manche Eltern bedeutet die regelmäßige Versorgung ihrer Kinder, dass sie ihre Ausbildung beenden können. Junge-beim-Backen

Auf der anderen Seite benötigen Familien Unterstützung in der familiären Erziehung:

Manche Eltern (-teile) sind in ihrer Erziehungsrolle oft „alleine“. Der Vater, die Mutter sind beruflich den ganzen Tag oder sogar die ganze Woche außer Haus. Es gibt keine Verwandten mehr in unmittelbarer Nähe, die ihnen ab und zu das eine oder andere abnehmen und erleichtern können oder mit Rat zur Seite stehen.

Andere Eltern sind mit ihrer Elternrolle an sich überfordert, ihnen fehlt der „Blick“ für das Kind. Im Extremfall erleben einige Kinder in der Kinderkrippe erstmalig eine konstante Grundversorgung ihrer elementarsten Bedürfnisse nach gesunder Ernährung, regelmäßigem Schlaf, körperliche Pflege, Nähe und Zuspruch. Kinder-auf-der-Wiese-am-Malen

Im Gegensatz zu einer „privaten Betreuung“, wie z.B. durch eine Tagesmutter, gewährleistet die Kinderkrippe als Institution zuverlässig regelmäßige Betreuung. Selbst im Krankheitsfall einer Erzieherin stehen in der Regel zwei weitere Bezugspersonen zur Verfügung, welche die Kinder kennen und in deren gewohnter Umgebung für sie da sein können.

Die seit der Eröffnung der Krippe konstant hohen Anmeldezahlen spiegeln den Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren deutlich wider. Die interessierten Familien kommen unter anderem aus anderen Gemeinden. Sie sind bereit, einen langen und umständlichen Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Häufig ist die Notwendigkeit der Versorgung ihrer Kinder nicht mit der Geburt des Kindes geplant gewesen, sondern ergibt sich aus der aktuellen Lebenssituation der Familien: Trennung, Gehaltskürzungen, Umzug, Krankheit, etc..

Leider existieren bei Weitem nicht so viele Krippenplätze wie nachweislich Bedarf da ist. Entsprechend erfahren die Kinder, die keinen Platz bekommen haben einen täglichen Betreuungswechsel (Nachbarin, Freundin, Oma …), was ihrem Bedürfnis nach Sicherheit und Rhythmus nicht gerecht werden kann, oder die Betreuungsperson (meistens die Mutter) kann eine Arbeitsstelle nicht annehmen. Dies hat evtl. sogar eine finanzielle Fremdversorgung durch öffentliche Mittel zur Folge.

Welche Ziele verfolgt die Kinderkrippe?

Kinder entwickeln sich aufgrund ihrer aktiven Beschäftigung mit ihrer Umwelt und sich selbst. Hieraus erwachsen ständig neue Bedürfnisse, die sie noch nicht oder nur teilweise befriedigen können. In dieser Unstimmigkeit zwischen Bedürfnis und Möglichkeit liegt der Antrieb zur Entwicklung. Auf jeder neuen Entwicklungsstufe erarbeitet sich das Kind neue Bedürfnisse, die es zu neuen Handlungen anregt. Somit wird der Entwicklungsprozess durch das Kind Brettspielende-Kinderselbst tatkräftig mitgestaltet.

Die Kinderkrippe soll jedem einzelnen Kind einen individuellen Entwicklungsraum bieten, es soll sich nach seinen Möglichkeiten, persönlichen Schwerpunkten und seinem eigenen Tempo entwickeln können. Aus dieser Sichtweise heraus sehen sich die Erzieherinnen in der Rolle als „Entwicklungshelferinnen, als Entwicklungsbegleiterinnen“. Sie unterstützen die Kinder bei ihren persönlichen Entwicklungsstreben, indem sie seine Interessen und Bedürfnisse zu erkennen versuchen und diese angemessen beantworten. Die Erzieherinnen sind bestrebt, den Kindern möglichst vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten (z.B. durch die Raumgestaltung, durch Angebote) anzubieten.

Die Kinder sollen in der Krippe einen Ort vorfinden, der ihnen Vertrauen gibt, an dem sie liebevolle Pflege und Versorgung erfahren. Hier lernen sie Gleichaltrige nicht nur kennen, sondern erleben und üben soziales Miteinander. Die Kinder lernen von den Kindern, oftmals beschäftigt sie zur selben Zeit das selbe Thema, wie z .B. das Sauberwerden. Durch die Erfolgserlebnisse des anderen bestärkt, streben die Kinder nach eigener Weiterentwicklung. Umarmende-Kinder

In der Kinderkrippe  wird ferner ein besonderer Wert auf eine durch die Eltern begleitete Eingewöhnungszeit gelegt. Die Eingewöhnungszeit kann bis zu 14 Tagen andauern und gestaltet sich von Familie zu Familie ein wenig anders.
Das Ziel der Eingewöhnungszeit ist, dass eine tragfähige Beziehung vom Kind zur Erzieherin aufgebaut wird, welche dem Kind die Sicherheit gibt, den Tag in der Krippe selbstbewusst und neugierig zu begehen.
Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern liegt den Erzieherinnen ebenso am Herzen. Die Eltern kennen ihr/e Kind/er in der Regel am besten und sind daher für sie die wichtigsten Ansprechpartner.
In der Kinderkrippe begegnen sich Familien unterschiedlicher Religionen, Nationalitäten und Kulturen. Es soll in der Kinderkrippe ein Platz, ein Miteinander für alle geboten werden, an dem sich jeder wohl und geborgen fühlen kann.

Wie war ist die bisherige Entwicklung?

OsterfärbenDie pädagogische Planung für die Arbeit in der Kinderkrippe orientiert sich stets an den Interessen, Bedürfnissen und „Themen“ der Kinder und ihren Familien. Da diese individuell sind, werden die Ziele für die Arbeit ständig neu angepasst sowie die Konzeption weiterentwickelt. Daraus folgte beispielsweise, dass in den letzten Jahren das Aufnahmealter der Kinder von einem Jahr auf 8 Monate verändert wurde. Hier konnten durchweg positive Erfahrungen gesammelt werden.Im Rahmen der Qualitätsentwicklung wird die Arbeit in der Krippe fortlaufend dokumentiert und reflektiert.  Diese Dokumentationen stellen die Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern dar. Parallel dazu wird für jedes Kind eine kindgerechte gestaltete „Lernmappe“ erstellt, welche im positiven Sinne die Entwicklung der Kinder mit Bild und Text darstellt. Diese Mappe wird in der ganzen Kindergartenzeit fortgeführt. Verlassen die Kinder dann den Kindergarten, bekommen sie diese ausgehändigt und nehmen sie als Erinnerung mit nach Hause.Die Erzieherinnen nehmen regelmässig an Fort und Weiterbildungen teil. Um hier eine Weiterentwicklung zu gewährleisten (die meisten Fortbildungen zum Thema „Unter Dreijährige“ richten sich an Kolleginnen, die in diese Thematik neu einsteigen) werden diese Veranstaltungen teilweise selbst initiiert.

Als Folge der gesammelten Erfahrungen und der Auseinandersetzung mit dem Konzept von Emmi Pikler wurden die Räumlichkeiten der Gruppe mehrfach umgeräumt, teilweise umgebaut und den Bedürfnissen der Kinder nach Bewegung und Spiel deutlicher angepasst.Puppenecke

Ausblicke:

Ab dem Jahr 2010 haben alle zweijährigen Kinder einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz (ab 2013 alle Einjährigen).

Diesem Anspruch soll mit der geöffneten Kindergartengruppe geantwortet werden, d.h. dass zukünftig bis zu 6 Zweijährige in der Regelgruppe (mit 25 Kindern bis zu sieben Jahren) untergebracht werden können/sollen.

BleistifteDa aber unter diesen Rahmenbedingungen erfahrungsgemäss eine individuelle Förderung, eine kontinuierliche Zuwendung, fürsorgliche Pflege, freie Entfaltung usw. kaum möglich sind und die Kinderkrippe inzwischen jahrelange Erfahrungen mit der Zielgruppe sammeln konnte, streben  der Träger und das Team der Kinderarche die Einrichtung einer „kleinen
altersgemischten Gruppe“ an. In dieser Gruppe sind 15 Kinder, davon sieben unter drei und acht älter als drei Jahre, zusammengefasst. Eine reguläre Gruppe würde entsprechend umgewandelt und umgebaut werden. Die Konzeption hierfür liegt dem Kreis bereits seit Jahren vor. Kind-mit-Pinsel

Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass unsere Kinder das bekommen, was sie brauchen:

  • Erwachsene, die sich Zeit für sie nehmen, die es noch spannend finden, mit ihnen gemeinsam etwas zu tun, und deren Vertrauen es möglich macht, sich selber etwas zuzutrauen.
  • eine Welt, die sie mit allen Sinnen erfassen und begreifen können und die ihnen Gelegenheit zu ganzheitlichen Erfahrungen gibt.
  • Spiel- und Bewegungsräume, die zu erschliessen und erkunden es sich lohnt, die sie mit ihrer Phantasie füllen können.
  • Zeit, sich selbsttätig mit vorgefundenen Problemen auseinander zusetzen und selbst Lösungen zu finden.
  • Kinder, mit denen sie spielen, toben, etwas wagen können.

(nach Renate Zimmer. In: Zimmer, R./Cicurs, H., "Kinder brauchen Bewegung- Brauchen Kinder Sport?" Aachen 1992.)

Carmen Körber

 

Kinderkrippe-Titelbild
Schmetterlinge04
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